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Bleigießen

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Bleigießen wird in einer geselligen Runde auf einer Silvesterparty gespielt. Bei diesem Spiel gibt es keinen Gewinner, sondern jedem Teilnehmer soll die Zukunft für das bevorstehende Jahr vorausgesagt werden. Beim Bleigießen geht es vorwiegend um den Spaß. Die Vorhersage des erstarrten Bleis wird nicht sehr ernst genommen. Sortimente zum Bleigießen sind zu einem günstigen Preis im Handel erhältlich. Zusätzlich werden lediglich eine Schüssel mit kaltem Wasser und eine Kerze benötigt.

Wie funktioniert Bleigießen?

TabuEin Bleistück wird von einem Gast auf einen Löffel gelegt und über der Kerze geschmolzen. Im Anschluss wird das flüssige Blei in die Schüssel mit kaltem Wasser gegossen. Das Blei erstarrt sofort zu einer bizarren Figur. Der Schattenwurf, den die entstandene Figur wirft, wird daraufhin von der gesamten Gruppe gedeutet und die Bedeutung in einem Heftchen nachgelesen. Eine negative Form verkörpert ein negatives Ereignis in dem nächsten Jahr und eine positive Figur verspricht rosige Zeiten nach dem Jahreswechsel. Die Bedeutung der Figuren sollte erst nach der Benennung der entstandenen Figur nachgelesen werden, weil der Spieler andernfalls eine möglichst positive Form in das Gebilde deutet, weil er sich deren Eintreffen wünscht.

Die Deutung des Bleigießens

Der Fantasie sind bei der Deutung der erstarrten Figuren keine Grenzen gesetzt. Diese ist sogar gefragt, denn bei einigen Figuren ist es sehr schwer, in ihr ein Tier oder einen Gegenstand zu sehen. Einige mögliche Gebilde und deren Bedeutung sind:

  • Ball – Das Glück rollt an
  • Fass – Wohlstand
  • Kreuz – Tod
  • Ring – Heirat
  • Säule – Ein Wunsch geht nicht in Erfüllung
  • Vogel – Glück
  • Tasse – Alkohol soll gemieden werden
  • Kelle – Finanzieller Verlust

Die Geschichte des Bleigießens

Bereits die Griechen und Römer haben das Bleigießen genutzt, um ihre Zukunft zu deuten. Im Baltikum wurde kein Blei verwendet, sondern Wachs. Das Prinzip unterschied sich aber nicht von dem mit flüssigem Metall. Später im Dreißigjährigen Krieg haben die Knechte ihre Bleikugeln eingeschmolzen und damit ihre Zukunft vorhergesagt. Jäger betrieben diese Wahrsagerei ebenfalls. Im Feudalismus wurde dieser Brauch nicht wie heute am 31. Dezember, sondern am 30. November betrieben. Knechte, Dienstboten und Mägde erfuhren an diesem Tag, ob ihr Arbeitsverhältnis verlängert wird. Mit dem Bleigießen versuchten sie im Vorfeld, etwas über ihre berufliche Zukunft zu erfahren. Ledige Frauen ließen sich mit dem Bleigießen den Beruf ihres zukünftigen Mannes voraussagen. In dem Bleiguss wurde die Form eines Handwerkszeuges gedeutet. Die Frau wusste somit, wo sie nach einem Mann Ausschau halten musste. Mit der Zeit verschob sich das Bleigießen auf Weihnachten und später auf Silvester.

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